Faust-Aufführung für die Q2

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„Ob mir, durch Geistes Kraft und Mund, nicht manch Geheimnis würde kund; dass ich nicht mehr, mit saurem Schweiß, zu sagen brauche, was ich nicht weiß; dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält.“ (Dr. Heinrich Faust)

Kurz vor dem Abitur sieht man besonders viele Köpfe von Schülerinnen und Schülern rauchen, gerade wenn sie Pflichtlektüren wie „Faust – Der Tragödie Erster Teil“ im Unterricht behandeln müssen. Diese Lektüre, die für den Abiturjahrgang 2020 zum letzten Mal zur Obligatorik gehört, war bereits in der Q1 Teil des Unterrichts und wurde am 21. November in der Q2 noch einmal präsent.

Im Pädagogischen Zentrum wurde das Stück von dem Soloschauspieler Ekkehart Voigt, der bereits zum dritten Mal auf der Bühne unserer Schule stand, gespielt. Dabei verkörperte er unter anderem einen Teufelslehrer, welcher die Tragödie von Faust erläuterte. Durch Unterbrechungen und Kommentare wurde das Publikum interaktiv mit einbezogen und musste zum Beispiel auf Fragen zum Inhalt des Stücks antworten, die nächsten Szenen ansagen, dem Pudel (Mephistopheles) Leben einhauchen und den Alltag der Figur der Nachbarin (Marthe) frei erfinden. Ekkehart Voigt verkörperte jedoch nicht nur den Teufelslehrer, er stellte mit Hilfe unterschiedlicher Mimiken, Gestiken und Tonlagen auch andere Figuren des Dramas dar. So zeichnete die Figur der Margarete sich durch eine besonders hohe Stimme und eine schüchterne Körperhaltung aus, während Mephisto seinen Charakter durch eine besonders tiefe und hinterlistige Betonung und eine teilweise überzogene, bösartige Mimik und Körperhaltung erhielt.

Nach der Aufführung bestand noch die Gelegenheit, Ekkehart Voigt einige Fragen zu stellen. So bewegte besonders viele Schülerinnen und Schüler die Frage, auf welchem persönlichen Hintergrund die Neuinterpretation des Dramas entstanden sei, wie lange die Zusammensetzung des Skripts gedauert und weshalb sich Voigt gerade für eine Solodarstellung entschieden habe. Eine der wohl interessantesten Antworten war die über das zeitliche Ausmaß der Zusammenstellung des Skripts. Nach Voigt habe es über vier Jahre gedauert, bis die Proben überhaupt erst beginnen konnten.

Insgesamt wurde mit dieser Darstellung das Drama nicht nur erneut präsent, es wurde auch zur Realität. Für viele Schülerinnen und Schüler war diese Art des Theaters sehr aufschluss- und hilfreich, um das Werk Goethes aus anderen Blickwinkeln heraus zu betrachten und tiefer zu verstehen. Auch mit der anschließenden Fragerunde bot sich die Möglichkeit, weitere Eindrücke über das Theaterstück und seine Interpretation zu sammeln.

Franziska Wimmer, Q2 (Medien-AG)